Wie kleidet man den Unterkörper zum Radfahren im Sommer, auf der Straße oder beim MTB?

Wie kleidet man den Unterkörper zum Radfahren im Sommer, auf der Straße oder beim MTB?

Die Beine stehen im Mittelpunkt unseres Radfahrens! Sie im Sommer richtig zu bekleiden ist unerlässlich, um Spaß zu haben und das Rennrad- und/oder MTB-Training zu optimieren. Selbst in der Hochsaison können die Temperaturen je nach Tageszeit, Höhenlage oder einfach den Bedingungen des Tages variieren.
Einige einfache Tipps genügen, um die richtige Kleidung für den Unterkörper zu wählen.

DIE EIGENSCHAFTEN DER SOMMERKLEIDUNG FÜR DEN UNTERKÖRPER

  • Die Art des Kleidungsstücks: kurze Radhose, Dreiviertelhose, lange Radhose, mit oder ohne Träger, Short, Hose, Überhose
  • Die Materialien: technische und elastische Mesh-Stoffe, atmungsaktive Gewebe, antimikrobielle Technologien

ALLES ÜBER ZUBEHÖR FÜR DEN UNTERKÖRPER IM SOMMER

DIE ART DES KLEIDUNGSSTÜCKS

Kurze Radhose

Die Radhose ist die Grundlage der Radfahrkleidung. Auch wenn die Wahl eines sattelanatomisch geeigneten Sattels bereits für viel Komfort sorgt, kann die Radhose erheblich dazu beitragen, lange Stunden im Sattel schmerzfrei zu überstehen.

Neben der Verarbeitungsqualität (anatomischer Schnitt, flache Nähte, teils fast nahtlos) und der verwendeten Stoffe (kompressiv, sehr weich und elastisch, ultraleicht und atmungsaktiv, wärme- und UV-Schutz) liegt der Schlüssel zum Komfort – und rechtfertigt oft den Preis – in der Qualität des Sitzpolsters.
Die verwendeten Materialien auf der Polsterfläche sowie die Anordnung der Schaumstoffschichten unterschiedlicher Dicke und Dichte haben erhebliche Auswirkungen auf den Komfort und die Leistung.

Ohne Unterwäsche getragen, wird die Radhose wie eine zweite Haut verwendet und ist für viele Fahrer allein ausreichend. In der kurzen Version für den Sommer sorgt die Radhose mit Trägern für perfekten Halt. Es gibt auch Versionen ohne Träger, die einfacher auszuziehen sind. Integrierte Taschen können vorhanden sein, ebenso wie eine Öffnung für dringende Bedürfnisse.

Dreiviertelhose oder lange Radhose

Bei moderaten Temperaturen zwischen 10 und 20°C oder für kälteempfindliche Fahrer kann eine ¾-Radhose (Dreiviertelhose) oder eine lange Radhose gewählt werden.
Die Hersteller haben nämlich lange Modelle entwickelt, die nicht übermäßig warm sind und in der Übergangszeit genutzt werden können.

Short

Für alle, die einen entspannteren Look bevorzugen, ist das Short eine gute Lösung. Dieses kann einzeln oder mit integrierter Radhose verkauft werden, die in der Regel am Short eingehängt und abnehmbar ist, je nach Geschmack und Vorlieben. Weite Shorts mit vielen Taschen sind sehr praktisch und komfortabel.
Es ist auch möglich, ein Short über einer (Träger-)Radhose zu tragen, um den Komfort und Halt der Radhose mit der Praktikabilität und dem Look des Shorts zu kombinieren. Es ist zu beachten, dass Shorts in den letzten Jahren einen immer durchdachteren Schnitt erhalten haben, der sich den Körperformen des Fahrers in Aktion anpasst, damit er sich nicht verschiebt und volle Bewegungsfreiheit sowie ein äußerst angenehmes Treten gewährleistet. Stretch-Stoffe, die sich in zwei oder sogar vier Richtungen dehnen, werden ebenfalls immer leichter, sind dabei aber äußerst robust, mit besonderem Augenmerk auf die Abriebfestigkeit.

Hose

Die Hose hat noch nicht ausgedient. Sie kann leicht sein und für sommerliche Ausfahrten im Gebirge genutzt werden, wenn das Wetter nicht ideal oder unbeständig ist.
Außerdem ist festzustellen, dass die verwendeten Materialien immer leichter werden und die Schnitte der Fahrerposition viel besser angepasst sind als früher, was die Bewegungsfreiheit und den Komfort beim Treten erheblich verbessert.

Überhose

Die Überhose ist eine praktische modulare Lösung gegen Regenschauer im Sommer. Sie wird über die kurze Ausrüstung gezogen und kann nach dem Regen kompakt verstaut werden.
Allerdings ist sie nicht für das langfristige Tragen wie eine Hose konzipiert, insbesondere aufgrund ihrer ungefütterten Materialien, die sich nicht sehr angenehm auf der Haut anfühlen, und der oft eingeschränkten Atmungsaktivität dieser Art von Produkt.

DIE MATERIALIEN

Technische und elastische Mesh-Materialien sind bei Radhosen sehr beliebt. Wie so oft bei aktueller Radfahrkleidung verwenden diese Radhosen Stoffe, die Schweiß ableiten können. Sie schützen auch vor Wind, ohne bei Anstrengung durch ihre Feinheit zu überhitzen.
Antimikrobielle Technologien können eingesetzt werden, um Hygiene und Schweißmanagement zu gewährleisten. Schließlich verfügen hochwertige Modelle manchmal über kompressive Stoffe, die Muskelermüdung reduzieren und verzögern, sowie über Behandlungen, die die Auswirkung von Sonnenwärme verringern.

WELCHE KLEIDUNG FÜR DEN OBERKÖRPER IM SOMMER NACH MEINER DISZIPLIN WÄHLEN?

Auch wenn dasselbe Trikot für mehrere Disziplinen geeignet sein kann, sind einige Besonderheiten zu beachten:

Tourenfahren

Der MTB-Freizeitfahrer kann sich entweder für eine allein getragene Radhose oder für ein Short mit integrierter Radhose oder integriertem Sitzpolster entscheiden. Ein gerader oder weiter Schnitt, der oberhalb des Knies endet, sowie leichte Materialien sind dabei empfehlenswert.

Cross-Country

Eine leichte, atmungsaktive und gut sitzende Radhose bietet dem Cross-Country-Fahrer den besten Komfort, um über sich hinauszuwachsen. Taschen erleichtern das Mitführen des Nötigsten. Die Feuchtigkeit wird durch technische Stoffe abgeleitet und das mehrlagige Sitzpolster lässt den Fahrer seine Kleidung vergessen und sich auf das Rennen konzentrieren.

All-Mountain

Hier empfiehlt sich ein weites, belüftetes Short, das bis zu den Knien oder eventuell als ¾-Short geschnitten ist. Es sollte gegen Stürze und Kontakt mit der Vegetation verstärkt sein und idealerweise mit einem komfortablen Unterzieh-Short ausgestattet sein. Der Schnitt darf das Treten nicht behindern, auch nicht das Tragen von Knieschützern. Eine wasserabweisende oder vollständig wasserdichte Oberfläche ist willkommen, um den Unwägbarkeiten des Fahrens im Gebirge zu begegnen. 

Enduro

Das Enduro-Short übernimmt das Prinzip des All-Mountain-Shorts und fügt noch mehr Verstärkungen hinzu. Einfach mit Handschuhen zu bedienende Verschlüsse, wie Klettverschlüsse, ermöglichen es, den Halt während der Übergangspassagen anzupassen. Der Schnitt reicht mindestens bis zum Knie, teils sogar tiefer, um auch dann optimale Abdeckung zu bieten, wenn der Fahrer weit nach hinten gelehnt ist. Einige Marken entwickeln kompatible Zubehörsysteme für ihre Shorts, wie an der Taille befestigte Taschen. Manche Short-Modelle verfügen über einen integrierten Gürtel.

DH / Freeride

Im DH/Freeride-Bereich wird die Hose die ganze Saison über häufig getragen. Dank großzügiger Verstärkungen bietet sie im Sturz idealen Schutz vor Abrieb. Der Schnitt ist mehr oder weniger weit, sollte aber eng genug bleiben, um den Luftwiderstand und das Risiko, an einem Ast hängenzubleiben, zu minimieren. Im Kniebereich ist ausreichend Platz wünschenswert, damit die Knieschützer Platz haben. Am Beinabschluss ermöglicht eine Fixierung, die Hose gut zu befestigen und unerwünschte Reibung zu vermeiden. Ein Short, das nach demselben Prinzip konzipiert ist, bietet ebenfalls hohen Schutz und lässt gleichzeitig die Waden atmen – im Sommer sehr angenehm!

Rennrad

Geringer Luftwiderstand, Leichtigkeit und Belüftung: Die Rennrad-Radhose passt sich dank eines gut elastischen Materials an die Körperkonturen an. Die Träger sind so konzipiert, dass Reibungsirritationen minimiert werden. Das synthetische Sitzpolster sorgt für Komfort bei langen Stunden im Sattel... Seine Dichte und Dicke, oft variabel, sind je nach Körperbau, Ausfahrtdauer und auch der Regelmäßigkeit der Praxis zu wählen: Ein Radfahrer, der 4 Stunden pro Woche fährt, hat nicht die gleichen Bedürfnisse wie ein Kurier oder Cyclosportler, der täglich 4 Stunden fährt.
Einige Fahrer können sich für einen Einteiler (Radhose und Trikot fest verbunden) entscheiden, insbesondere bei Einzelzeitfahren.

Gravel und Cyclocross

Im Gravel-Bereich ermöglicht eine leichte Radhose mit einem sehr komfortablen Sitzpolster oder ein über einer Radhose getragenes Short, stundenlang im Sattel zu bleiben, selbst auf den rauesten Wegen. Taschen sind ein Plus, ebenso wie eine wasserabweisende Beschichtung.