Wie wählt man seine Rennrad- oder MTB-Brille aus?

Wie wählt man seine Rennrad- oder MTB-Brille aus?

Beim Radfahren erweisen sich Brillen oft als unverzichtbar. Sie schützen vor Fahrtwind, Ästen, Wasser- oder Schlammspritzern, Staub, UV-Strahlung und Blendung. Die in den Gläsern eingesetzten Technologien können das Sehen sogar verbessern!

DIE EIGENSCHAFTEN

  • Der Rahmen: vollständig oder halb umrahmt, rutschfeste Bügel, Bügelläng, abnehmbarer Nasenaufsatz
  • Der Glastyp: Material, wechselbare Gläser, Glasbehandlung: Antibeschlag, oleophoob, hydrophob
  • Die Glaskategorien: 0, 1, 2, 3 und 4
  • Die Glastechnologie: polarisierend, photochromisch, Spiegelgläser, Glasfarben
  • Anpassung: Stegbreite, Glasgröße, Bügelläng

ALLES ÜBER RENNRAD- UND MTB-BRILLEN VERSTEHEN

DER RAHMEN

Sonnenbrillen mit halbem Rahmen

Der Rahmen umschließt das Glas nicht vollständig, der untere Rand ist frei. Einige Modelle bestehen aus einer einzigen Scheibe mit einer sehr feinen Oberstruktur. Diese Halbrahmen-Brillen sind sehr leicht und bieten ein extrem weites Sichtfeld.

Sonnenbrillen mit vollständigem Rahmen

Diesmal umschließt der Rahmen das Glas vollständig. Die Brillen sind stabiler, steifer und die Gläser riskieren weniger, bei einem Aufprall beschädigt zu werden oder sich zu lösen.

Die Hersteller entscheiden sich häufig dafür, einen rutschfesten Einsatz an den Bügeln (und der Nasenauflage) einzubauen, um einen guten Halt während der Belastung zu gewährleisten.

Ein weiteres wichtiges Element für einen guten Halt ist die Länge und Form der Bügel; einige sind verstellbar, um sich perfekt an den Helm anzupassen.

DER GLASTYP

Bei den meisten heutigen Brillen werden die Gläser aus Polycarbonat oder organischem Glas gefertigt. Diese leichteren Gläser brechen im Falle eines Aufpralls nicht wie echtes Glas.

Bei Radfahrerbrillen, insbesondere beim Mountainbiken, haben die Gläser die Aufgabe, die Augen nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor verschiedenen Einwirkungen wie Staub im Wind oder Ästen zu schützen.

Einige Brillenmodelle verfügen über wechselbare Gläser, um von einer UV-Schutzkategorie zur anderen zu wechseln.

Je nach Fall können die Gläser von einer oder mehreren Behandlungen profitieren, die den visuellen und/oder Gebrauchskomfort verbessern. Die Antibeschlag-Behandlung ist unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen besonders nützlich, hauptsächlich im Winter, da sie das Kondensationsrisiko beseitigt, das gefährlich und unangenehm sein kann. Die hydrophobe Behandlung lässt Wasser leichter über die Glasoberfläche gleiten, um auch bei Regen oder häufigen Spritzern eine sichere und effektive Sicht zu gewährleisten. Die oleophobe Behandlung ermöglicht es, das Glas leichter sauber zu halten, indem die Oberfläche gleitfähig und damit nicht haftend für Schmutz gemacht wird.

DIE GLASKATEGORIEN

Kategorie 0: Diese transparenten oder sehr leicht getönten Brillen bieten keinen oder kaum Schutz gegen Blendung durch die Sonne (Filterung zwischen 0 und 19 % der Helligkeit). Man trägt sie bei Regenwetter oder nachts, wenn sehr wenig Außenhelligkeit vorhanden ist.

Kategorie 1: Der Schutz gegen Licht nimmt zu, bleibt aber gering (Filterung zwischen 20 und 57 % der Helligkeit). Man trägt sie bei bewölktem oder nebligem Wetter mit wenig Außenhelligkeit.

Kategorie 2: Der Schutz gegen Licht nimmt zu, mit einer Filterung zwischen 58 und 82 %. Man trägt sie bei teilweise sonnigem Wetter mit mittlerer Helligkeit.

Kategorie 3: die am häufigsten verwendete Kategorie! Sie zeigt an, dass 83 bis 92 % des Sonnenlichts gefiltert werden und ist für die meisten sonnigen Situationen geeignet. Der UV-Schutz ist optimal. Man trägt sie bei sonnigem Wetter mit starker Helligkeit.

Kategorie 4: Diese Gläser filtern bis zu 97 % des natürlichen Lichts und sind hauptsächlich für den Alpinismus und den Wassersport gedacht. Die Reflexion der Sonne auf dem Schnee in großer Höhe oder auf dem offenen Meer kann die Netzhaut tatsächlich verbrennen! Achtung jedoch: Es ist zu beachten, dass das Fahren mit Gläsern dieser Kategorie verboten ist.

DIE GLASTECHNOLOGIE

Iridium-Gläser, auch oft Spiegelgläser genannt, bieten neben einem ausgeprägten Look zusätzlichen Komfort, indem sie Licht effektiv reflektieren. Sie sind daher perfekt bei starker Helligkeit.

Polarisierende Gläser eliminieren mehr als 99 % der Reflexionen von Oberflächen wie Wasser, einer Windschutzscheibe oder der Fahrbahn und bieten so mehr Sehkomfort und verbessern die Kontrastwahrnehmung erheblich.

Photochrome Gläser, die eine sehr große Vielseitigkeit bieten, sind beim Radfahren sehr nützlich. Sie ermöglichen es zum Beispiel, einen Tunnel zu durchqueren, ohne die Brille abzunehmen, um klar zu sehen. Diese Gläser verhalten sich „intelligent" und wechseln automatisch von einer Kategorie zur anderen (z. B. von 2 auf 3 oder umgekehrt), je nach Umgebungshelligkeit.
Achtung jedoch: Dieser Wechsel erfolgt nicht sofort und dauert mindestens mehrere Sekunden.

Die Gläser können je nach Farbe auf eine bestimmte Lichtumgebung abzielen. Ein gelbes Glas erhöht die Kontraste bei geringer Helligkeit und ist sehr angenehm zu tragen, wenn es bewölkt ist. Ein grün getöntes Glas verstärkt die Wahrnehmung von Blau- und Grüntönen und wird für den städtischen Gebrauch geschätzt; ein braun getöntes Glas erhöht die Kontraste und dämpft die Helligkeit, was ideal für den sportlichen Einsatz bei starker Sonne ist. Schließlich verfälscht ein graues Glas die Farben nicht und gibt daher perfekt wieder, was man sieht.

DIE ANPASSUNG

Einige sehr umhüllende und gut geschwungene Brillen bieten maximalen Schutz, begrenzen den Einfall von Streulicht und tragen zur Luftzirkulation um das Gesicht bei.
Die Größe der Gläser, die Breite des Stegs (Abstand zwischen den Gläsern) oder die Länge der Bügel beeinflussen den Komfort. All diese Parameter sind natürlich je nach Form Ihres Gesichts zu beurteilen.

WELCHE BRILLE FÜR MEINE PRAXIS?

Rennradfahrer (Straße) bevorzugen leichte Modelle, oft mit Halbrahmen oder sogar mit einer einzigen Scheibe, die maximale Leichtigkeit und ein maximales Sichtfeld garantieren.

MTB-Fahrer (VTT) bevorzugen eher verstärkte Brillen, die Astangriffe abwehren können! Nur DH/Freeride- und Enduro-Fahrer verzichten auf Brillen und entscheiden sich in der Regel für eine Maske.

Wie auch immer, die Wahl hängt vor allem von den eigenen Erwartungen und den Lichtverhältnissen ab.

    AUSRÜSTUNG - Brillen